Backstage Philosophie

Backstage Philosophie
- Manifest zu unserem grundsätzlichen Selbstverständnis -

1. Mission:
Seit Gründung des Backstage am 11.1.1991 verfolgen wir ein klares Ziel: Einen Raum zu schaffen, in dem Kulturen gelebt, Kunst zelebriert und gesellschaftliche Belange diskutiert werden.
In unserem Selbstverständnis ist Kunst und Kultur nicht nur Selbstzweck oder ein Unterhaltungsangebot, sondern drückt gleichwohl die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Situationen und Aspekte aus - oder kann hierzu mitunter Ideen und Visionen aufzeigen.
Diesbezüglich hat es keine Rolle gespielt, dass wir uns stets selbst finanzieren mußten und permanent unter einem extremen strukturellen und kommerziellen Druck standen bzw. nach wie vor noch stehen.
Die Vielfältigkeit der Welt auf die Bühne zu bringen, ist unsere zentrale Motivation, weshalb wir allen Musikrichtungen und Kulturen im Backstage einen Raum geben.
Wir verstehen es als unsere Aufgabe, Menschen aller sozialer Schichten, Milieus oder Bereiche, ethnischer Herkunft sowie politischer und religiöser Weltanschauung bei unterschiedlichsten Veranstaltungsformaten wie Konzerten, Partys, Ausstellungen und Märkte, Filmvorführungen, Public Viewings, Seminare/Tagungen oder bei politischen Events, zusammenzubringen, zu vernetzen und miteinander in Austausch zu führen. Das Backstage war immer mehr als nur eine „Unterhaltungslocation“ und möchte weiterhin zukünftig ein Raum der Aufklärung und der sozialen Bewegungen mit einem gesellschaftspolitischem Interesse und Verantwortung sein.
Wir glauben, dass die Konfrontation mit anderen Perspektiven und das Zusammenführen von Unterschiedlichem die beste Basis ist, um Toleranz, Akzeptanz und Respekt in der Gesellschaft zu fördern.  
Daher lassen wir einerseits in einem weiten Rahmen kontroverse Meinungen zu. Das hat dennoch für uns seine klaren Grenzen, wenn rote Linien eindeutig überschritten werden. Denn Demokratie und Meinungsvielfalt bedeutet für uns ebenso: unterschiedliche Kulturen und Prägungen der Menschen akzeptieren und verstehen, auch wenn wir sie vielleicht persönlich ablehnen.
Deshalb fördern wir die Diskussion gleichermaßen zu umstrittenen Themen und bieten allen Akteuren eine Bühne, ihre Argumente vertreten zu können, sofern sie sich in einem demokratischen und menschenwürdigen Rahmen bewegen.
So darf dabei die Freiheit der Kunst nicht verhandelbar sein.  
Jedoch haben selbstverständlich Gewalt, Extremismus und Fundamentalismus aller Art bei uns im gleichen Maße keinen Platz - genauso wie beispielsweise Rassismus, Antisemitismus Chauvinismus, Frauenfeindlichkeit oder Homophobie - auch wenn wir damit trotzdem offensichtlich leider immer wieder konfrontiert werden und uns damit auseinander setzen müssen.
Aus sozialen wie ökologischen Gründen versuchen wir, Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen zu leben oder zumindest aufzuzeigen und fordern dies genauso von unseren PartnerInnen ein. Konkrete Maßnahmen wie beispielsweise ein Pelzverbot bei Kleidung oder die Verwendung von regenerativen Ökostrom setzen wir regelmäßig und selbstständig um.
Dazu ist unser Anspruch in allen gesellschaftlichen Fragen durchaus eben nicht neutral, sondern fair und stets menschlich zu sein.

Austausch, Dialog, Information und Sensibilisierung geht für uns allerdings primär vor Ablehnung und Stigmatisierung!

Unsere BesucherInnen und unsere KünstlerInnen verstehen wir als PartnerInnen, mit denen wir ein gemeinschaftliches Erlebnis gestalten wollen und zu einer besseren Gesellschaft und Welt beitragen wollen.

2.Vision:
Wir möchten das Backstage als den größten Raum in München erhalten und weiterentwickeln, in dem Akteure (fast) aller gesellschaftlichen Bereiche, politischen Richtungen, kulturellen Prägungen sowie ethnischen und örtlichen Herkünften einen Platz haben. Dabei wollen wir politisch und institutionell unabhängig bleiben. Denn nur der Wert der Freiheit ermöglicht uns, diese Offenheit und Vielfalt zu schaffen.

3. Werte
Mut: Ohne Mut kann keine Vision realisiert werden. Offenheit braucht ein starkes Selbstbewusstsein und eine eigene klare Haltung.
Freiheit: Finanzielle und institutionelle Unabhängigkeit sind die Basis für eine progressive Entwicklung ohne Denkverbote.  
Respekt: Die eigene Ideologie darf nicht in moralische Überlegenheit oder Überheblichkeit münden!
Integrität: Wir stehen zu unserem Wort. Ein Handschlag und das Prinzip des ehrbaren Kaufmanns sind die Grundlagen unserer Arbeit. Zugleich: Eigentum verpflichtet!
Rücksichtnahme:  „was Du nicht willst was man Dir tu´, das füge keinem/keiner anderen zu“
Eigenverantwortlichkeit: Frage nicht was die anderen, der Staat oder die Gesellschaft für Dich tun kann - sondern was Ich/Du für diese tun kannst.
Leidenschaft: "Ein Ideal und eine Leidenschaft braucht der Mensch". Dieser Satz vom Monaco Franze prägt unsere Arbeit. Wir lieben die Musik, die Kunst, die Natur und die Menschen. In jeder Phase unserer Handlungen.
Heterogenität: Demokratie muss kontroverse Meinungen nicht nur aushalten, sondern geradezu fördern!

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